Eine Traverse für Lebensadern
Wasser, Strom, Energie: Kunststoff ist neben Stahl das am häufigsten genutzte Material, um die moderne Zivilisation mit diesen und anderen elementaren Dingen zu versorgen. Meist in Rohren. Deren Transport am Produktionsort ist nicht ganz so leicht. Das richtige Anbaugerät hilft allerdings.
Deutschland steckt mitten in der Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Strommenge wächst stetig. Damit der nachhaltig produzierte Strom auch dort ankommt, wo er benötigt wird, braucht es leistungsfähige Stromnetze. Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland werden deshalb seit einigen Jahren bestehende Leitungen erneuert und mehrere tausend Kilometer neue Stromtrassen gebaut. Diese Vorhaben sind in mehreren Teilprojekten zusammengefasst. Sie tragen Namen wie Südlink, Nordlink oder Ultranet.
Zahlreiche Kilometer dieser Stromtrassen werden als Erdkabel verlegt. Jedoch nicht ohne zusätzliche, robuste, langlebige Hülle. Diese produzieren Hersteller wie die AGRU-FRANK GmbH (Agru Frank) aus Wölfersheim nördlich von Frankfurt am Main. Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von unterschiedlichen Arten von Rohrsystemen in Deutschland. Unter dem Motto ‚Rohre die verbinden‘ hat sich das hessische Unternehmen auf die Extrusion von Rohren aus umweltfreundlichem Polyethylen, Polypropylen und PE-Xa in allen gängigen Dimensionen spezialisiert. Die so hergestellten Produkte mit zukünftig bis zu 1.200 Zentimetern Durchmesser – aktuell sind es 800 Zentimeter – werden beispielsweise für die Gas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung genutzt. Hinzu kommt seit ein paar Jahren die erwähnte Nutzung der Rohre als Hülle für die Verlegung von Erdkabeln. André Schultheis, Vertriebsleiter bei Agru Frank, bezeichnet deshalb die Rohre auch als „Lebensader unserer Zivilisation. Jeder braucht sie – keiner sieht sie.“
Fahrer waren Teil des Entscheidungsprozesses
Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Firmenareal waren bis vor wenigen Monaten 14 Gabelstapler unterschiedlicher Größen und Marken im Einsatz. Diese Flotte mit mehrheitlich kleinen, gebrauchten Stapler sollte um ein größeres Neufahrzeug ergänzt werden. „Wir waren offen, ob wir einen Seitenstapler oder Frontstapler dazunehmen“, erklärt der Vertriebsprofi Schultheis, der auch die innerbetriebliche Logistik verantwortet. Mit dem zusätzlichen Flurförderzeug sollen Pakete mit mehreren, einige Meter langen Rohren im Lager bewegt und auf Versand-LKW verladen werden. Das geschieht in erheblichem Umfang: Die geplante Umschlagsleistung beträgt > 20.000 Tonnen pro Jahr. Das Flurförderzeug sollte also passen.
Der Vorteil eines Seitenstaplers wäre, den bestehenden Lagerplatz unter freiem Himmel effektiver zu nutzen. „Letztendlich haben sich aber die Fahrer für den Frontstapler entschieden“, erklärt Schultheis den Entscheidungsprozess. „Schließlich sind sie es, die den Stapler tagtäglich nutzen.“ Eine große Verantwortung. Denn das Neufahrzeug soll acht Jahre genutzt werden. Die Wahl fiel schließlich auf einen Linde-Stapler H80/900D, den Agru Frank von Suffel, dem führenden regionalen Vertragshändler von Linde Material Handling, bezog.
Dort betreut Joachim Hahn, Systemberater für Flurförderzeuge, den innovativen Kunststoffröhrenhersteller und sagt augenzwinkernd über dessen Investition: „Es gibt wenig Schöneres als einen neuen Stapler.“ Aber jedes noch so attraktive Flurförderzeug ist nichts ohne das passende Anbaugerät. Hier kommt KAUP ins Spiel. Dazu sagt der erfahrene Suffel-Berater: „Solche Projekte machen wir sehr gerne mit KAUP.“ Denn neben Anbaugeräten und Vertrieb passen bei dem auch Konstruktion, Produktion und Service, so Hahn.
Doch welches Anbaugerät setzt Agru Frank ein? Genau genommen ist es nicht nur ein Gerät. Es ist eine Gerätekombination mit einer Tragfähigkeit von 8.000 kg. Sie besteht aus einem in den Hubmast integrierten Seitenschieber und einer in den Gabelträger einhängbaren Langguttraverse mit vier starren Gabelzinken. Normalerweise werden Traversen auf bestehende Gabeln aufgesteckt, besonders lange Lasten stabil zu transportieren. Vorteil der aufsteckbaren Version: Das Trägeranbaugerät, beispielsweise ein Seitenschieber, kann auch unabhängig von der Traverse genutzt werden, um schmalere Lasten zu transportieren. Diese Möglichkeit benötigt Agru Frank in diesem Fall allerdings nicht. Die sieben Meter breite Langguttraverse 10T180L wird stets in Verbindung mit dem neuen Stapler genutzt. Die benötigte Flexibilität, um etwaige Anfahrungenauigkeiten auszugleichen, schafft der Seitenschub (+/- 160 mm) des gleichnamigen Anbaugeräts. Dass dieser ausreicht, bestätigen die Staplerfahrer. „Wir sind zufrieden mit dem Gerät“, sagt Justin Schumann, „und zusammen mit dem neuen Stapler passt das wunderbar.“
Kunde:
Firmensitz: Wölfersheim-Berstadt, Deutschland
Branche: Baustoffindustrie
Website: agru-frank.de