Lage für Lage

Es ist merklich kälter, wenn man das rund elf Meter hohe Lager in Buseck, unweit der mittelhessischen Universitätsstadt Gießen betritt. Zahlreiche Stapler fahren mit vollbepackten Paletten umher. Es herrscht allgemeine Betriebsamkeit, die man in Anbetracht der kühlen Temperaturen nicht erwarten würde. Wenn allerdings klar ist, was hier umgesetzt wird, dann erscheint das Tempo nicht mehr überraschend. Frisches Obst und Gemüse kommt in diesem Lager an und wird für den Weitertransport vorbereitet. Das Lager gehört der EDEKA Handelsgesellschaft Hessenring mbH (Edeka Hessenring). Als eine von sechs Regionalgesellschaften ist Edeka Hessenring Teil des EDEKA-Verbunds, dem genossenschaftlichen Zusammenschluss selbstständiger Kaufleute. Das Vertriebsgebiet von Edeka Hessenring ist Nord- und Mittelhessen, sowie regionale Ausläufer von Süd-Niedersachsen, Nord- und Mittel-Thüringen sowie dem östlichen Westfalen. Die Region erstreckt sich also vom Oberharz bis zum Taunus und vom Siegerland fast bis zur sächsischen Grenze. 

Für die Versorgung seiner über 500 Supermärkte in diesem Gebiet betreibt die Edeka Hessenring am Standort Buseck ein 44.000 Quadratmeter großes Zentrallager. Ein nicht unerheblicher Bestandteil davon ist das schon erwähnte 11.000 Quadratmeter große Frischedienstlager. Hier kommen Obst und Gemüse aus dem In- und Ausland an, werden eingelagert und für den Weitertransport in die Lebensmittelmärkte kommissioniert. Damit die Ware lange frisch bleibt, besitzt das Frischezentrum unterschiedliche Klimazonen und kann auf vier Grad herunter gekühlt werden.

Herausfordernder Kommissionierungsprozess

In dieser Umgebung wurde die Kommissionierung über zehn Jahre von Hand durchgeführt. Herausfordernd waren dabei nicht nur die Temperatur, sondern auch die Höhe und das Gewicht der zu verteilenden Ware. Stellenweise sind Kartoffeln, Paprika oder Mango über zwei Meter hoch gestapelt. Kisten mit Früchten wie Melonen, Bananen und Orangen können bis zu 15 Kilogramm wiegen. In der Vergangenheit mussten diese Kisten von Mitarbeitern einzeln, von Hand kommissioniert werden. “Arbeit, um die man sich nicht unbedingt reißt”, sagt der Lagerleiter des Frischdiensts in Buseck, Heiko Girnhard. Er ergänzt: “Vor allem in Spitzenzeiten mit mehreren Anlieferungen gleichzeitig war es häufig schwierig, ausreichend Personal im Lager zu haben.” Der Kommissionierungsprozess sollte deshalb mit einem passenden Flurförderzeug unterstützt werden. Insbesondere die Entlastung der Mitarbeiter stand dabei im Fokus. Angestrebter Nebeneffekt: Ausfallzeiten und Kosten reduzieren. 

Großen Lebensmittelhändlern wie Edeka Hessenring wurde im Rahmen einer Langzeitvorführung von Toyota Material Handling ein besonderes Anbaugerät vorgestellt: der Layermaster - ein sogenanntes Lagenkommissioniergerät, das vom langjährigen KAUP-Partner in Großbritanien B&B Attachments entwickelt und produziert wird. Seit ein paar Jahren vertreibt KAUP den Layermaster unter anderem auch in Deutschland.

Von der Vorführung zur Indienststellung

Für die Langzeitvorführung nutzte Toyota einen seiner Traigo-Elektrostapler. Dieses Trägerfahrzeug stellte sich aber als zu groß für das Frischedienstlager in Buseck heraus. “Dennoch waren wir am Ende der Vorführung vom Layermaster überzeugt”, resümiert Heiko Girnhard. Es musste also das passende Trägerfahrzeug gefunden werden. Die Wahl fiel auf einen Toyota BT Staxio Elektro-Hochhubwagen SWE200 - ausgewiesen für intensive Stapeleinsätze - der als Option passenderweise Hydrauliköl für niedrige Temperaturen bereithält. Um das Fahrzeug (Deichselstapler) im täglichen Betrieb nutzen zu können, musste es von Toyota als Sondergerät konzipiert und gebaut werden. Dies verzögerte das Projekt etwas, sodass zwischen Langzeitvorführung und Indienststellung etwa Jahr verging. Zeit und Aufwand, die sich aus unterschiedlichen Gründen lohnten. Zum einen ist der Standort Buseck ein Teststandort für weitere Edeka-Früchtezentren, die sich ebenfalls ihre Obst- und Gemüse-Kommissionierung neu gestalten möchten. Zum anderen, und das ist ein wichtiger Punkt, den Heiko Girnhard erwähnt: “Wir sind sehr zufrieden mit dem Gerät.” Nicht nur die Ausfallzeiten wurden gesenkt, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht. Denn “heute freuen sich unsere Kollegen, dass sie nicht mehr die schweren Kisten aus großer Höhe heben müssen”, so der Logistikprofi.

Das Layermaster-Prinzip

Der Layermaster zielt genau auf die Herausforderung im Edeka-Frischedienstlager ab: die schnelle, sichere und effiziente Kommissionierung von Kisten und Boxen - Lage für Lage. Natürlich können auch mehrere Lagen gleichzeitig aufgenommen und aufgeteilt werden. Damit das gelingt, wird der Layermaster von oben auf die Ladung gesenkt. Wenn die richtige Position erreicht ist, klammert er die Ware von allen vier Seiten nur mit minimalem Druck. Die Ware lässt sich nun heben und auf die Zielposition umsetzen. Um unterschiedliche Lagengewichte oder Waren zu transportieren, besitzt das Anbaugerät standardmäßig ein Mehrstufenventil mit dem bis zu drei Druckstufen ausgewählt werden können.

Lösung im Detail: Layermaster Typ FMLY545

Aufnahme

Sicherheit

Druckplatten

Technische Daten

Kunde:

Firmensitz: Melsungen, Deutschland
Branche: Lebensmittelhandel
Website: edeka.de


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