Containerhandling auf engem Raum

Über 1.000 ISO-Container von nahmhaften Reedereien auf mehreren zehntausend Quadratmetern Fläche, aber ein Hafen ist es nicht. Was ist es dann? Es ist das Containerdepot der Bobe Speditions GmbH (Bobe) in Bad Salzuflen. 

“Aus Ostwestfalen in die ganze Welt” heißt es für die Bobe-Spedition seit über 90 Jahren. Zunächst auf lokale Baustofftransporte beschränkt, änderten sich schnell der Aktionsradius und die transportierten Güter. Heute betreibt das Familienunternehmen einen modernen Fuhrpark und bringt auf der Straße nicht nur Paletten, Kisten und Fässer von A nach B, sondern auch komplette Maschinen. Ebenso wichtig für Bobe: der Warentransport auf dem Wasser - mit Schiffscontainern. Die passende schlagkräftige Containerlogistik, um Seehäfen (beispielsweise Hamburg und Bremerhaven) über Binnenwasserstraßen und die Bahn mit Ostwestfalen zu verbinden, betreibt die Spedition seit über 20 Jahren. Zwei Standorte sind dafür maßgebend: die Containerdepots in Minden und Bad Salzuflen mit einer Gesamtfläche von 60.000 m². 

Wie erfolgreich Bobe arbeitet, zeigt die Entwicklung des Containerumschlags. Im Jahr 2009 waren es noch 85.000 TEU. Diese Zahl hat sich innerhalb von 15 Jahren auf 190.000 TEU mehr als verdoppelt. “Wir profitieren dabei natürlich vom starken Wirtschaftsstandort Ostwestfalen mit seinen zahlreichen kleinen und großen Unternehmen,” erklärt der Bobe-Depotleiter Christian Hansmann. Zur Erklärung: 1 TEU entspricht einem 20-Fuß-ISO-Container und ist eine international standardisierte Einheit, um ISO-Container verschiedener Größen zu zählen. Das ist wichtig, wenn die Ladekapazität von Schiffen oder die Menge des Umschlags von Terminals beim Containertransport beschrieben werden soll. 

Das BOBE-Containerdepot in Bad Salzuflen

Seit 1989/90 betreibt Bobe in Bad Salzuflen ein Containerdepot, damals sein erstes. Das an fünf Tagen die Woche geöffnete Depot ist ein sogenanntes Leerlager. In Hochphasen warten hier bis zu 1.200 leere ISO-Container unterschiedlicher Größe auf ihre weiteren Einsätze. Auch etwaige Instandhaltungen werden regelmäßig durchgeführt. Für das Handling der Container setzt Bobe parallel drei Gabelstapler mit 22 Tonnen Tragfähigkeit ein. So wird gewärleistet, dass die unterschiedlich großen Container schnell und sicher auf dem Betriebsgelände umgesetzt werden können. Dabei ist das Container-Handling ein spezielles. “Vielleicht ist es sogar ein bisschen aus der Zeit gefallen”, sagt Christian Hansmann, “aber unsere Platzverhältnisse verlangen die stirnseitige Aufnahme der Container.” Und es funktioniert seit Jahrzehnten.

Im Vorlauf des Einkaufs eines neuen Stapler haben die Logistikprofis aus Bad Salzuflen den Markt für Großstapler sondiert. Zur Erklärung: Bobe stellt etwa alle zwei Jahre einen neuen Stapler indienst. Gleichzeitig wird der älteste Stapler außerdienstgestellt und verkauft. Der zweitälteste wird dann zum Stand-by-Stapler. Die neuesten Stapler anschließend mehrheitlich im Einsatz. “So reduzieren wir Ausfallzeiten und Reperaturkosten”, erläutert Christian Hansmann die Beweggründe dieser Vorgehensweise.

Erstmals KAUP & Kalmar bei Bobe

Kalmar war einer der Anbieter, den Bobe kontaktierte und letztendlich auch erstmals mit der Lieferung eines neuen Fahrzeugs - einem Kalmar DCG180-250 HD - beauftragte. Der skandinavische Produzent unterschiedlicher Handlinglösungen für Häfen, Terminals und Distributionszentren wiederum arbeitet bereits seit einigen Jahren mit KAUP zusammen. “Wir kannten KAUP bisher nicht als Produzenten von Container Spreadern”, sagt der Bobe-Depotleiter, “denn bisher haben wir andere Hersteller genutzt. Aber das Bauchgefühl passt.” Und das gilt nicht nur für den Spreader, der bei KAUP den Namen Stirnseiten-Spreader 25T193IL trägt, sondern auch für den Stapler. Schließlich sind beide Partner - die komplette Stapler-Spreader-Kombination - neu für Bobe. Für Kalmar ist die Familienspedition als Kunde auch neu, wie der regionale Kalmar-Verkaufsleiter Marius Stelter erwähnt: “Wir lernen den Kunden, das Umfeld, den Einsatz gerade kennen”. 

Apropos Einsatz: Wie erfolgt das Container-Handling? Im Bobe-Depot sind 20”-, 40”- und 45”-ISO-Container auf maximal vier Ebenen übereinader aufgebaut. Um die umzusetzenden Container aufnehmen zu können, wird der jeweilige Lagerplatz von vorne angefahren und der Stirnseiten-Spreader langsam auf dem obersten Container abgesetzt. Die Ampel am Spreader zeigt rot und springt auf gelb, wenn die Twistlocks in die sogenannten Cornercastings einfahren. Nach dem Verriegeln der Twistlocks in den Ecken leuchtet die Ampel grün, der Container ist gesichert und kann von seinem Platz gehoben werden. Anschließend erfolgt die Fahrt zum Bestimmungsort auf dem Betriebsgelände. Nach dem Absetzen läuft der Aufnahmeprozess rückwärts ab. 

Bevor das Handling vollumfänglich aufgenommen werden konnte, mussten vor Ort in Bad Salzuflen kleinere Anpassungen an Spreader und Stapler vorgenommen werden. Dennoch ist Bobe zuversichtlich und zufrieden mit seiner Neuanschaffung. “Wir sind überzeugt, die richtige Entscheidung mit KAUP und Kalmar getroffen zu haben”, meint Christian Hansmann und ergänzt: “Jetzt müssen wir das Paket im täglichen Einsatz weiter ausprobieren!”

Lösung im Detail: Stirnseiten-Spreader 25T193IL

Tragfähigkeit

Aufnahme

Datenübertragung

Steuereigenschaften

Seitenschub

Kunde:

Firmensitz: Bad Salzuflen, Deutschland
Branche: Logistik und Spedition
Website: bobe.de


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